Alperia verdoppelt E-Auto-Flatrate für Ladestationen - Land äußert Kritik

Andreas Inama
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Der Südtiroler Stromanbieter Alperia hat den Preis für das Benutzen der eigenen Ladesäulen zum Aufladen von E-Autos erhöht. Das Unternehmen hat die bisherige Flatrate mehr als verdoppelt. Das Land sieht das kritisch und will die Preiserhöhung nun prüfen.

Bisher kostete die Flatrate, die Alperia E-Auto-Besitzern angeboten hat, rund 75 Euro im Monat. Diese ist nun auf rund 160 Euro im Monat gestiegen. Das kommt einer Preiserhöhung von über 100 % gleich. Sergio Marchiori, Geschäftsführer von Neogy, das Joint Venture von Alperia und dem Energieanbieter Dolomiti Energia, das die Ladesäulen betreibt, rechtfertigt die Preiserhöhung in einem Beitrag des Südtirols Journals so: „Alperia ist ein Betrieb und daher müssen wir auch auf unsere Zahlen schauen, sodass wir zumindest kostendeckend wirtschaften.“

Alfreider und Vettorato mit Kritik

Wenig begeistert zeigen sich indes die zuständigen Landesräte über die höheren Preise. In einem gemeinsamen Statement von Mobilitätslandesrat Daniel Alfreider und Umweltlandesrat Giuliano Vettorato, das Alto Adige Innovazione vorliegt, lässt sich unmissverständlich Kritik am Vorgehen von Alperia erkennen: „Als Land fördern wir die Elektromobilität durch Beiträge für den Ankauf von Elektroautos und Ladesäulen. Jegliche Erhöhung der Preise bei der Elektromobilität, sei es beim Laden als beim Ankauf, bremst diese neue Technologie und ist für eine breite Verwendung nicht förderlich.“

Schon seit Jahren strebt das Land den Weg zu einer Green Region an und subventioniert Projekte, die auf Nachhaltigkeit setzen. Das ausgelegte Ziel ist eine völlig emissionsfreie Landesverwaltung. Einen weiteren Schritt in diese Richtung hatte man erst letzte Woche getätigt, als man bei einer Pressekonferenz den „Wasserstoffmasterplan“ vorgestellt hatte, der bis 2030 die vom Verkehr produzierten CO2-Emissionen um 45% senken soll. Des Weiteren wird momentan ein Beitrag für den Erwerb von E-Fahrrädern von der Landesregierung ausgearbeitet, wie Alfreider und Vettorato betonen.

Das Land will intervenieren

Und auch mit Alperia wurde in den letzten Jahren eng zusammengearbeitet, zumal man selbst Anteilseigner ist und drei der sechs Aufsichtsratsmitglieder von der Provinz gestellt werden. Umso mehr überrascht es, dass das Land von der Preiserhöhung nichts gewusst habe. „Alperia und Neogy sind selbstständige Gesellschaften, die im Geschäftsalltag eigenständig Entscheidungen treffen. Grundsätzlich ist es dem Land aber ein großes Anliegen, in Südtirol die bestmöglichen Rahmenbedingungen für die Verbreitung der Elektromobilität zu schaffen. Dieses Ziel soll auch über die Arbeit der landeseigenen Gesellschaften erreicht werden“, führen die Landesräte in ihrer Erklärung weiter aus.

Deshalb hat Alfreider schon vor einigen Tagen im Südtirol Journal angekündigt, sich mit der Sache zu befassen und die Preiserhöhung zu prüfen: „Wir werden sicherlich intervenieren beziehungsweise alle Anbieter dazu bewegen, die bestmöglichen Konditionen zu liefern.“ Wie Südtirol Journal außerdem hervorhebt, finden sich auf dem italienischen Markt Anbieter, die den Service um weniger als ein Drittel der jetzigen Tarife von Alperia anbieten.

Alperia betreibt im ganzen Land Ladestationen für E-Autos über die Tochtergesellschaft Neogy. Dank einiger Interoperabilitätsabkommen ist es außerdem möglich, in ganz Italien und Europa sein Auto aufzuladen. Neben dem Flat-Angebot gibt es auch ein Basic-Angebot, bei dem die Installation der Heimladestation wesentlich günstiger ist und der effektive Verbrauch abgerechnet wird.

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