"Wasserstoffmasterplan" vorgestellt: Emissionen durch Verkehr bis zu 45 Prozent reduzieren

Andreas Inama
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Heute, 14. Mai, wurde auf der virtuellen Pressekonferenz des Landes der den „Wasserstoffmasterplan“ vorgestellt. Landeshauptmann Arno Kompatscher, Mobilitätslandesrat Daniel Alfreider, Umweltlandesrat Giuliano Vettorato und der Leiter des H2-Teams zur Planung und Umsetzung des Planes Peter Mölgg zeichneten dabei ein Bild davon, wie Südtirol in den nächsten Jahren die im Land produzierten Energieressourcen nachhaltiger nutzen und in die Mobilität integrieren wird. Dies soll dazu beitragen, dass besonders der verkehrbelastete Brennerkorridor einen weiteren wichtigen Schritt in Richtung Emissionsreduzierung tätigt und die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen – und damit auch jene von Erdöl exportierenden Ländern – einzudämmen.

40 % der CO2-Emissionen wegen Verkehr

Immerhin sorge der Straßenverkehr in Südtirol für 40 % der CO2-Emissionen in Südtirol, wie Alfreider unterstrich:  “Wir müssen mit fossilen Brennstoffen betriebenen Verkehr vermeiden, auf der Brennerachse Güterverkehr in den Brennerbasistunnel verlagern, sowie die Nutzung der öffentlichen Verkehrsmittel und des Fahrrads fördern. Aber wir müssen auch eine vielseitige Infrastruktur schaffen, dass wir die Potenziale der emissionsfreien Elektromobilität voll nutzen können. Und dafür brauchen wir auch Wasserstoff als Energieträger, um eine nachhaltige Mobilität zu unterstützen.”

Dabei verwies der Mobilitätslandesrat darauf, dass Südtirol als energieproduzierendes Land beste Voraussetzungen genießt, diese auch der Mobilität zur Verfügung zu stellen. Zum Beispiel könnte die Energie in Wasserstofftankstellen fließen, die zu diesem Zweck entlang des Bennerkorridors aufgestellt werden. Des Weiteren umfasst der Masterplan ein Netz von Infrastrukturen, die eine Energiewende im Südtiroler Verkehr einleiten sollen. So könnte auch das Zugnetz davon profitieren und generell mehr Geld in die Implementierung elektrischer Transportsysteme fließen. “Zudem wollen wir die Busse im Personennahverkehr schrittweise auf umweltschonende Antriebe umstellen, wobei Wasserstoff ideal ist, wenn er aus nachhaltig gewonnenem Strom erzeugt wird”, sagte Alfreider. Das ausgelegte Ziel sei dabei die Verwandlung des Brennerkorridors in einen „green corridor“.

Regionalität und lokale Ressourcen

Laut Umweltlandesrat Vettorato verbessert der Wasserstoff Masterplan den CO2-Fußabdruck in Südtirol wesentlich. “Bis 2030 können wir so Importe von fossilen Brennstoffen im Wert von rund 550 Millionen Euro pro Jahr mindern und dadurch den CO2-Ausstoß um circa 45 Prozent reduzieren“, rechnete Vettorato vor. Der Masterplan fügt sich nahtlos in den Klimaplan Energie-Südtirol 2050 ein, den man schon vor mehr als einem Jahrzehnt in die Wege geleitet hatte.

“Gerade die Herausforderungen rund um das Coronavirus haben gezeigt, wie wichtig Gesundheit und starke regionale Wirtschaftskreisläufe sind. Deshalb setzen wir beim Neustart auf Innovation, Nachhaltigkeit und auf die kluge Nutzung lokaler Ressourcen”, betonte Kompatscher. Ein Fingerzeig hin zu einer Entwicklung, die gerade die Coronakrise in den letzten Monaten angetrieben hat: die Rückbesinnung auf Regionalität und eine verstärkte Förderung lokaler Ressourcen.

Kostenpunkt: rund 2 Milliarden Euro

Kompatscher verwies dabei auf die Wichtigkeit dieses Ansatzes: “Wir stehen jetzt vor dem nächsten großen Schritt: Über Wasserstoff wird es gelingen, Mobilität, Energie und Innovation sinnvoll zu verbinden.“ Nun soll dieser Masterplan in den nächsten zehn bis 15 Jahren umgesetzt werden und dabei ein Finanzvolumen von 2 Milliarden Euro umfassen. Jedoch sollen die Gelder nicht nur aus den landeseigenen Kassen fließen, sondern durch Einsparungen beim Kauf fossiler Brennstoffe, durch EU-Kofinanzierungen und durch Investitionen von den Partnern aus der Privatwirtschaft wie Alperia, die Brennerautobahngesellschaft A22 oder der Europäischen Akademie Eurac generiert werden.

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