Versuchszentrum Laimburg: Report 2018-2019 vorgestellt

Andreas Inama
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Alle zwei Jahre wieder: Am Mittwoch, 7. Oktober, stellte das Versuchszentrum Laimburg den alle zwei Jahre erscheinenden Report vor. Dieses Jahr finden sich im Report 2018-2019 aktuelle Ergebnisse aus der Forschung in Landwirtschaft und Lebensmittelverarbeitung am Versuchszentrum Laimburg. Dabei stellt sich der Report unter anderem aus 24 Berichten zu den aktuellen Forschungsprojekten zusammen, die in den vier angesiedelten Instituten abgewickelt werden.

Una cabinovia per collegare Marinzen all’Alpe di Siusi

Dabei hebt man in Person des Direktors des Versuchszentrums, Michael Oberhuber, besonders zwei Aspekte hervor, die von ihm als „Highlights“ der Referenzjahre 2018 und 2019 herausgepickt wurden: den Einzug des Labors für Aromen und Metaboliten in die Räumlichkeiten des NOI Techparks in Bozen 2018 sowie einen „Meilenstein“, indem man die Ergebnisse des Laimburger Apfelsortenzüchtungsprogramms in die Hände der Südtiroler Obstgenossenschaft VOG und des Verbands der Vinschgauer Produzenten für Obst und Gemüse überreichte. „Es kann also sein, dass bald auch eine vom Versuchszentrum Laimburg gezüchtete Apfelsorte in den Supermarktregalen zu finden sein wird“, unterstrich Oberhuber.

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Highlights vom Fließband

Unter den weiteren „Highlights“ befinden sich zahlreiche laufende und abgeschlossene Forschungsprogramme, die für den Laien zwar sehr schwierig greifbar sind, aber für die Branche gerade im nach wie vor auch landwirtschaftlich geprägten Südtirol von großer Bedeutung sind.

Im Bereich Obs- und Weinbau werden aktuell 139 Apfelsorten und 18 Rebklone von sieben Sorten vermehrt, um so die Züchtung von sortengerechtem und gesundem Vermehrungsmaterial zu gewährleisten. Außerdem wird an der Möglichkeit geforscht, gewisse Rebsorten auf zunehmender Höhenlage anzusetzen. Durch den Klimawandel und die damit einhergehenden extremeren Wetterereignisse verlieren besonders die Weißweine nämlich an Qualität und Typizität. Dies soll die neue Anbauweise nun vermeiden, wie Barbara Raifer, Leiterin des Instituts für Obst- und Weinbau, hervorhebt: „Im Projekt PinotBlanc konnten wir die Hypothese bestätigen, das die Frische der Weißburgunderweine mit zunehmender Höhenlage der Anlage zunimmt und dass der Anbau in höheren Lagen dazu beitragen kann ihre Typizität zu erhalten. Im vor Kurzem abgeschlossenen Projekt REBECKA haben wir ein Bewertungsmodell entwickelt, dass als Entscheidungshilfe dienen kann, ob eine Parzelle in Südtirol oder in Kärnten für den Weinbau geeignet ist oder nicht.“

Kampf der Marmorierten Baumwanze

Das Institut für Berglandschaft und Lebensmitteltechnologie ist derweil mit dem Interreg-Projekt Re-Cereal beschäftigt. Es soll aufzeigen, dass Buchweizen und Rispenhirse geeignete Kulturen für den Anbau in Südtirol sind und aufgrund ihrer ernährungsphysiologischen Eigenschaften und ihrer Eignung für eine glutenfreie Ernährung ein großes Nutzungspotenzial haben. Außerdem wollte man die gesunde Rote Beete aufwerten und konsumentenfreundlicher verpacken, wodurch wiederum durch ein Interreg-Projekt ein Rote Beete-Apfelsaft seinen Weg in die Regale gefunden hat.

Im Institut für Pflanzengesundheit drehte sich alles um den aktuellen Staatsfeind Nummer eins der hiesigen Landwirte, der Marmorierten Baumwanze. Auch hier verspricht man sich durch die Erkenntnisse im Versuchszentrum demnächst einen Quantensprung: Durch die Züchtung des natürlichen Feindes der Wanze, der Samura-Wespe, soll der Vermehrung der Wanze Einhalt geboten werden. Die Samura-Wespe selbst ist kein Schädling, wodurch etwaige Skepsis an der Ansiedlung einer weiteren ortsfremden Art im Keim erstickt werden kann.

Innovative Verfahren

Grundlegende Analysen für Forschungsprojekte des Versuchszentrums, aber auch als Dienstleistungen für Dritte werden in den Labors des Instituts für Agrikulturchemie und Lebensmittelqualität durchgeführt. Dabei gelangen innovative Verfahren zur Analyse von Pflanzenteilen und Lebensmitteln zur Anwendung. „Seit 2018 verfügt das Labor für Mikrobiologie des Versuchszentrum über einen MALDI-TOF-Massenspektrometer mit 8.220 Referenzspektren zur mikrobiologischen Analyse von Lebensmitteln. Mit dieser Technologie kann das Proteinspektrum einer mikrobiellen Kultur in weniger als drei Stunden gemessen werden, mit älteren Technologien dauerte das bis zu zehn Tage“, erklärt Institutsleiter Aldo Matteazzi.

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