Stadträtin fordert Tempolimit 30 in Bozen

Andreas Inama
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30er-Zonen im Verkehr sind nichts Neues. Es gibt sie zu Genüge, besonders in Wohngebieten mit engen Straßen, wo viele Familien ansässig sind. Den Anrainern, aber besonders den Kindern zuliebe, sollen dort die 30 km/h mit dem eigenen fahrbaren Untersatz nicht überschritten werden.

Lorenzini legt Plan vor

In Bozen soll nun aber eine allgemeine 30er-Zone eingerichtet werden. Im Bozner Stadtrat ist am Montag der außerordentliche Plan für die Straßenverkehrsordnung besprochen worden, der von Stadträtin Marialaura Lorenzini und vom Direktor des Büros für Raumplanung und Entwicklung, Ivan Moroder, entwickelt wurde. Erste Maßnahme ist die Beschränkung der Fahrgeschwindigkeit auf maximal 30 Stundenkilometer im nahezu gesamten Stadtgebiet.

Ausnahmen stellen dabei Verbindungen zwischen Drususallee und Verdi-Platz sowie zwischen Rom-Straße und Italienallee, der Claudia-Augusta-Straße, des Pfarrhofweges, der Meraner Straße, des Moritzinger Weges und der Sigmundskroner Straße dar.

Untermauert wird der Plan vom Argument, man wolle mehr Platz für Radfahrer schaffen. Entsprechende Maßnahmen wurden in Form von neuen Fahrradständern in der ganzen Stadt gesetzt. Außerdem werden Fahrradwege ständig erweitert, um den Bürgern mehrere und sicherere Strecken zu bieten und sie folglich zu motivieren, öfters für die Mobilität auf zwei Rädern zu optieren.

CNA-SHV ironisch

Doch nicht jeder findet die grüne und sportliche Lösung der Stadträtin gut. Besonders aus der Wirtschaft werden Stimmen laut, wobei diese auch nicht an Biss vermissen lassen. “Mit einem Tempolimit von 30 km/h sind unsere Handwerker und Kurierdienste zu Fuß schneller unterwegs als mit dem Lieferwagen”, erklärt der Präsident des Handwerkerverbandes CNA-SHV, Claudio Corrarati, ironisch.

Laut Corrarati behindere das Tempolimit jene, die aufgrund ihres Berufes einem gewissen Zeitdruck ausgesetzt sind. Insgesamt sehe er eine Hürde für die lokale Wirtschaft. “Diejenigen, die mit ihren eigenen Fahrzeugen arbeiten und Einkommen erwirtschaften, sind Teil der ‘produktiven Mobilität’ und müssen über einen ausreichenden zeitlichen Spielraum für ihre Arbeit verfügen, ohne dabei die Verkehrsregeln zu missachten. Der Teil der ‘unproduktiven Mobilität’ – also wer privat unterwegs ist – kann auch 10 km/h langsamer fahren, wenn das die Politik so will. Solange es nicht diejenigen behindert, die arbeiten”.

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